Ich habe kein Zeitgefühl, das gibt es nicht mehr
in dem Moment. Ich habe nur gesehen,
wirklich auch gesehen,
dass ich in einer total einsamen, grauen, wirklich Beton,
ausgestorbenen Stadt unterwegs bin.
Auf dem Weg, ich gehe und spüre eine tiefe, tiefe Trauer in mir und weiß gleichzeitig,
zeichen.html>dass das</a>'>dass das
mein Leben ist, dieser Weg.
Schaue so nach hinten über die Schulter: alles grau in grau, und es macht mich total traurig, dieses Bild.
Es gibt nichts Farbiges.
Und ich sage so zu mir selber: Das kann jetzt nicht
mein Leben gewesen sein.
Frau Egrigöz, Sie bezeichnen sich als Sinnes- und
Bewusstseinskünstlerin und als Mittlerin zwischen den Welten,
also der physischen, sichtbaren Welt und der nicht physischen, unsichtbaren.
Sie sind im Alter von acht Jahren plötzlich erblindet, erkrankten dann später an einer seltenen Autoimmunschwäche
und erlebten nach einer schweren Operation vor einigen Jahren eine
Nahtoderfahrung
mit der Besonderheit,
dass Sie während dieser Erfahrung sehen konnten,
und zwar Begebenheiten,
die sich nicht nur als nachweislich richtig herausstellen,
sondern auch Ihr weiteres Leben
verändert haben.
Ehe wir darauf zu sprechen kommen, erzählen Sie uns aber doch bitte ein wenig aus Ihrer persönlichen Geschichte.
Wie kam es zu der Erblindung? Was haben Sie dabei erlebt?
Wie Sie schon gesagt haben, ich war acht Jahre alt.
Das war drei Tage
vor den Sommerferien, von der zweiten Klasse Grundschule.
Wir sind in
der großen Pause, Zehn-Uhr-Pause, am Schulhof gestanden.
Ich habe auf die Donau hinübergeschaut. Und plötzlich habe ich gesehen, dass kleine, graue Punkte, wie man sagt,
die Obstmuckerl oder Obstfliegerl, diese ganz kleinen Punkte,
und die sind immer größer und größer geworden. Das ist binnen einer
Minuten gegangen.
Dann war die Fläche weg und dann war ich blind.
Damals war das nicht, dass man gleich die Rettung ruft und so weiter.
Es war bis Schulunterrichtsschluss. Bis meine Eltern am Nachmittag nach Hause gekommen sind.
Die konnten das natürlich nicht glauben, die dachten, das ist ein Flausenspiel von einem Kind.
Ich weiß es noch ganz genau, da ist der Pink Panther im Fernsehen gelaufen, und
Das war eine meiner Lieblingsserien damals.
Dann hat die Mama gesagt, ich soll schauen, was ich sehe, und ich habe gesagt:
Schwarz.
Am nächsten Tag sind wir ins Krankenhaus gefahren und dann
haben die Augenärzte das bestätigt,
dass ich nicht sehen kann.
Dann hat
die ganze Tortur erst begonnen. Wir sind dann nach Wien geschickt worden, damals zur Augenklinik.
Da wurde das auch wieder bestätigt. Damals war die Lasertechnologie ja gerade neu in
Österreich. Das Ganze ist ja 1983 passiert.
Mit der Lasertechnologie haben sie es gelötet, die Netzhaut hatte sich gelöst, das hatte man festgestellt.
Meine Befunde sind damals durch ganz
Österreich bei den ganzen Spezialisten gelandet, weil keiner sich erklären konnte,
dieses Grundlose, aus dem Nichts heraus. Es ist kein Unfall vorausgegangen oder etwas Ähnliches.
Aber da wars Problem war im Prinzip eine Netzhautablösung.
Genau. Also physisch ist das
das Thema gewesen. Dann ist diese Netzhaut wieder gelötet worden.
Mit der Erlaubnis des Arztes,
nachdem ich einen Monat im Krankenhaus gewesen war, sind wir in die Türkei gefahren mit dem Bus. Heimaturlaub.
Angekommen in der Türkei und drei Tage später war es wieder finster.
Das heißt, nach dem Lasereingriff haben Sie wieder sehen können?
Ja, aber den einen Monat theoretisch und ein paar Tage,
weil ich habe ja eh einen Monat unter der Maske verbracht,
weil die Augen verbunden waren. Nur erkläre
das einem kleinen Kind.
Ich habe immer die Augenklappe auf
der Seite hochgehoben und bin meiner Leidenschaft gefolgt zu malen.
So war es. Und seit dem zweiten Out ist es auch so geblieben.
Nur
als Kind war das für mich nicht so schlimm, weil es war spannend,
die Welt anders wahrzunehmen.
Ich habe keine Angst gehabt. Das Trauma ist viel später, in der Jugend aufgeploppt.
Und medizinisch konnte man nichts mehr machen?
Nein. Der Augenarzt,
der mich damals operiert hat – das werde ich nie vergessen, meine Mama hat das viel später erzählt,
wenn wir über solche Themen geredet haben –, dass ihm das Wasser in den Augen gestanden ist,
weil er so gehofft habe,
zeichen.html>dass das</a>'>dass das hinhaut.
Und er hat gesagt, er hat damit gerechnet, aber erst so Mitte/Ende 20,
wobei ich dem Himmel dankbar dafür bin,
dass es als Kind sein hat sollen,
weil mit dem Alter, mit 25, 30
hast du einen Beruf, vielleicht
eine Familie,
stehst ganz anders im Leben, und es ist viel schwieriger, etwas zu lernen oder in eine neue Welt abzutauchen, als als kleines Mädchen.
Und
als Kind haben Sie das wirklich relativ problemlos wegstecken können?
Total. Ich
sage ja: Ich weiß den Tag, als wir in die Blindenschule, und damals war das ja nicht wie heute mit dem Internet,
schaust rein und findest In
formationen.
Am Anfang wurde ich sogar in die Türkei geschickt, weil mein hilflosen Eltern –
das „hilflos“ meine ich mit
fühlend, so möchte ich das verstanden wissen – nicht wussten,
was machen wir jetzt mit dem Kind.
Und sie mussten ja ihrer Arbeit nachgehen. Dann haben sie mich in die Türkei zu meiner Großmutter geschickt.
Dann haben sie erfahren,
dass es in Wien eine Blindenschule gibt.
Dann sind wir
wie auf einer Pilgerreise nach Wien von einer Adresse zur anderen.
Es war wirklich sehr spannend alles.
Ich weiß, als ob es gestern gewesen war, als ich das erste Mal die Brailleschrift unter meinen Fingern gehabt habe.
Ich war so fasziniert,
weil ich inzwischen schreiben konnte. Ich war so fasziniert,
dass diese Punkte Buchstaben sein sollen
und dass man das lesen kann. So begann das alles.
Dann kam ich ins Internet,
Das war das eher Unhübsche an dem Ganzen damals,
von zu Hause weg von einem Moment auf den anderen, das hat schon geschmerzt
als Kind.
Das wäre eine Lüge, wenn ich das anders erzählen würde.
Aber auch da konnte ich mich sehr schnell wieder ein
finden und mit meinen Internatsgeschwistern doch viele Jahre verbringen.
Für Sie selbst wurde es dann erst in der Pubertät richtig problematisch.
Total. Weil gerade in der Pubertät fängt ja
das Thema an, wo du anfängst, dich für das andere Geschlecht zu interessieren.
Und die coolen Jungs in der sehenden Welt damals für mich, und ich war ja extremst eitel.
Und ich wollte das in dem Alter absolut nicht nach außen
präsentiert wissen.
Da war es für mich dann schlimm,
dass ich keinen von den coolen Jungs bekommen soll, sondern sozusagen das, was übrig bleibt.
Das war für mich schon schlimm damals. Wie gesagt,
Das war in der Pubertät.
Gott sei Dank mit dem Ganzen, was dazugehört, und dann weiter.
Der Tod hat in Ihrem Leben schon sehr früh eine Rolle gespielt.
Sie haben, wie Sie mir im Vorfeld zu diesem Gespräch berichtet haben,
innerhalb von nur drei Jahren, zwischen 1984 und 1987 drei
Menschen verloren,
die Ihnen sehr wichtig waren, darunter Ihren Vater, der in der Donau ertrunken ist.
Wie war das damals für Sie?
Wie sind Sie mit diesen Verlusten umgegangen?
Welche Weltanschauung hatten Sie?
Ich muss dazu sagen:
Ich bin nicht so geworden,
wie ich heute bin,
sondern ich war immer schon anders.
Ich habe mit meinem Vater als kleines Kind schon auf meine Art und Weise über
spirituelle Themen kommuniziert,
wobei ich aber ausdrücklich dazu sagen möchte: In meiner Familie war die
Spiritualität nicht Thema, absolut nicht,
auch wenn wir offiziell dem Islam angehören, wurde so, wie im
Christentum auch, dieses Übliche gelebt,
also die Feierlichkeiten und so weiter.
Aber ich hatte schon immer eine andere Wahrnehmung zu den Dingen.
Wir haben damals in einem Eck von Linz Umgebung, Leonding, gelebt.
Da ist alles Natur, Wald, Wiesen Bach.
Im Zaubertal, wo normalerweise eher Villenviertel ist, haben
wir leben sollen.
Ich habe damals schon mit meinem Vater über
Gott und die Welt philosophiert auf kindlichem Niveau.
Darum konnte ich das alles anders verinnerlichen.
Als mein kleiner Neffe gegangen ist, 1984,
Das war wirklich für mich schlimm,
weil
Das war ein Baby. Man sieht es, das macht mich heute noch emotional,
weil es so ein kleines Leben noch war.
Dann ist ein Onkel von mir gegangen,
ein Jahr später, und 1987 mein Vater.
Als
der Tag von meinem Vater gekommen ist, der hatte sich schon vorab angekündigt,
nämlich insofern: Es war Muttertag, wir waren noch beisammen,
und er hat mich zu dem Bus gebracht, mit dem ich immer ins Internat gefahren bin, so ein Sammelbus für Schüler.
Beim Verabschieden hat er zu mir gesagt: Wir sehen uns heute das letzte Mal.
Ich konnte es für mich nicht akzeptieren, diese Aussage,
Das war für mich schlimm.
Ich habe gesagt, was er für einen Blödsinn redet.
Als mein Vater gestorben ist,
Das war ein Mittwoch. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag
hatte ich
Träume, die werde ich nie vergessen.
Das war so schlimm, so Weltuntergang. Ich habe keine Bilder gehabt,
sondern das Erleben, dieses Gefühl im Traum.
Das Empfinden dabei.
Und am nächsten Tag, als ich
Kontakt.html>aufgewacht</a><br><a href=156ea0a762e941f126dcf65bca2110d3.html>aufgewacht</a><br><a href=1112fa6441d8024382fd08c87c1e3b82.html>aufgewacht</a><br><a href=131f18c6b8b1d6265fbb78b67598c3d7.html>aufgewacht</a><br><a href=207b9bd79f25b2072a16da0946164d8a.html>aufgewacht</a><br><a href=18a5f9f596bc1e2d52a270b5a98f915e.html>aufgewacht</a><br><a href=0e0b01b424b05192d3891e5c92c4e6d2.html>aufgewacht</a><br><a href=0f1841df1989ff0a8432224ef4c4a62b.html>aufgewacht</a><br><a href=0ba902767108fdfe052a5b6a0ecc626a.html>aufgewacht</a><br><a href=07814433f5e11a9286f217701a131cb3.html>aufgewacht</a><br><a href=0a19d09fa894b7de3085d5042a0f4b3e.html>aufgewacht</a><br><a href=06422984677dc1d622f6f6032a615866.html>aufgewacht</a><br><a href=9c1897b048ffff793eb4cfbcb561b37e.html>aufgewacht</a><br><a href=99b1463594c576f88b8d0a117f81db92.html>aufgewacht</a><br><a href=9d8a4ae392240d20192c5e7fb0ba6b5b.html>aufgewacht</a><br><a href=a33ea9f4dd829a7d558713a91b8131cd.html>aufgewacht</a><br><a href=a02a95c96b9c92c2034b7397591bfc9b.html>aufgewacht</a><br><a href=a208600f835b96ebdce0ca1e8babea27.html>aufgewacht</a><br><a href=b3bdb0a50f29e4f12a1c7c549e293ea2.html>aufgewacht</a><br><a href=940a0bf530ff1a8d576457737bd0fa98.html>aufgewacht</a><br><a href=9594837c8bb7d4823cb6875a8ef42016.html>aufgewacht</a><br><a href=96f1bf8b3daa2e3604e340c3cfe99d76.html>aufgewacht</a><br><a href=981a76bce2165f5424031795c8168685.html>aufgewacht</a><br><a href=941dc85119a7fe38146bf8cac36dbfb5.html>aufgewacht</a><br><a href=ada5f635f69b52b29b873041d3dc0cdd.html>aufgewacht</a><br><a href=ab6c1362dd7308d4d1964cb5767bfc0c.html>aufgewacht</a><br><a href=a64a00c2564fec2a0f8942c224d6f548.html>archivaufnahmen der</a><br><a href=
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und konnte an dem Tag das Internat nicht verlassen zum Spazierengehen.
Und da sieht man,
wie sich alles formt oft im Leben.
Ich war im Internat, und plötzl
ich werde ich ausgerufen vom Portier, und bis zu dem Moment wurde ich noch nie ausgerufen.
Ich habe richtig in meinem Herzen gefühlt, wie Sachen abgerissen sind, wie wenn Fäden reißen würden.
Ich
kann es heute noch immer nicht erfassen, diese Riesendistanz, die zwischen meiner Gruppe und dem Portier gelegen ist,
ich muss mich rübergebeamt haben,
weil ich war binnen Millisekunden – gefühlt – dort.
Ich mache die Türe auf. Das Erste war
„Mama“, und die Mama meldet sich, und dann sage ich „Papa“, und der Papa meldet sich nicht.
Ich wusste ja nicht, dass
sie kommen, ich konnte das auch nicht wissen, weil das absolut untypisch war.
Als der Papa sich nicht gemeldet hat, habe ich es gewusst auf meine Art und Weise,
ich habe nur geschrien: „Der Papa ist tot.“
Ohne
dass Sie schon gewusst hatten,
was passiert ist?
Ohne.
Ich bin ein sehr emotionaler und temperamentvoller Mensch.
Ich bin Widder vom Stern
zeichen.
Somit bin ich wirklich mit dem Kopf durch die Wände gekracht.
Den Schmerz, den habe ich nicht wahrgenommen
in dem Moment.
Ich habe einfach total durchgedreht.
Und dann war es so,
dass ich relativ bald
das Bild bekam:
Jetzt ist die der Papa auf einer Insel, da kannst du nicht hin.
Das ging relativ bald. Aber die Trauerbewältigung an sich, dieser Schmerz, dieser plötzliche Verlust
von jemandem, der dein Halt in deinem Lebensabschnitt auch ist,
das hat 30 Jahre gedauert – ich war 30 ungefähr, das meine ich.
Ich war zwölf, als mein Vater gegangen ist, in einem sehr einschneidenden Altersabschnitt.
Ja, 18 bis 20 Jahre. Da hatte ich schon meine eigenen Erfahrungen.
Das hat mich die Bewältigung anders abschließen lassen können.
Sie hatten eine sehr enge Beziehung zu Ihrem Vater.
Hatten Sie nach seinem Tod jemals das Gefühl einer Nähe, in
Kontakt zu ihm zu stehen?
Definitiv.
Das war ja auch das Spannende. Ich wurde dann oft für ein bisschen schräg gehalten. Klar.
Aber ich habe immer schon darüber geredet, auch im Internat.
Es gab genug Momente, wo ich weiß, er hat mich bewacht, er war da.
Aber am Anfang, wenn er da war, habe ich mich
erschreckt und bin immer weggelaufen.
Ich habe gewusst,
das ist der Papa, aber gleichzeitig habe ich mich von der Situation
erschreckt,
die war gruselig für
ein Kind, wenn es plötzlich im Raum Energien spürt,
du kennst sie und trotzdem
kennst du sie nicht.
Also die waren wirklich so real,
dass Sie sie gespürt haben.
Das erste Mal, als er aufgetaucht ist im wahrsten Sinne des Wortes, hat er das Zimmer durchquert.
Ich bin beim Tisch gesessen, habe meine Hausaufgaben geschrieben, ich habe Mathe gemacht, das weiß ich noch ganz genau.
Und Mathe war immer das Fach, das wir miteinander gemacht haben.
Wird mir jetzt übrigens klar erstmals nach so vielen Jahren, bewusst,
dass da ein Zusammenhang ist.
Ich sitze praktisch am Tisch gegenüber, und hinter mir von rechts nach links habe ich gespürt, ist jemand durchgegangen.
Das war eindeutig für mich fühlbar,
zeichen.html>dass das</a>'>dass das mein Papa war.
War das relativ knapp nach seinem Ertrinken?
Kann hinkommen. Ob das
ein Jahr war oder zwei Jahre oder fünf Wochen, das kann ich nicht sagen.
Ich weiß nur,
dass es am Beginn noch war.
Und, das weiß ich noch,
Ich bin schreiend aus dem Zimmer gelaufen,
weil ich mich gleichzeitig so
erschreckt habe.
Das war doch nicht Gewohnheit. Und so war das dann irgendwann Gewohnheit,
dass nichtphysisch Anwesende immer mehr mit mir
Kontakt aufgenommen haben.
Und
die Kontakte mit Ihrem Vater wurden dann mit der Zeit weniger?
Ja,
weil ich auch gemerkt habe,
ich will das nicht.
ich will nicht,
ein Mann in seiner Welt
die ganze Zeit auf Alarmbereitschaft sich befindet.
Ich formuliere es jetzt einfach so, ver
menschliche es ein bisschen,
weil ich es anders nicht verbalisieren
könnte.
Und ich wollte aber auch quasi dieses Gefühl haben, ich brauche einen Papa,
der mich beaufsichtigt.
Aber
Es gibt eindeutig genug Hinweise,
ein Mann mitgemischt hat.
Wann und wie hat sich bei Ihnen die Autoimmunkrankheit zu zeigen begonnen?
Wie alles in meinem Leben aus dem Himmel fällt, war auch diese Geschichte ganz unerwartet, plötzlich.
Das war 2000, Oktober, ein Donnerstag.
Ich war damals noch in der Arbeit, also ich habe bei der Telekom damals gearbeitet
und hatte gerade neu in Linz begonnen. Ich war früher in Wien, 1999 bin ich nach Linz zurück, also nach Oberösterreich.
Und ich sitze im Büro,
Das war dann schon Nachmittag, als es relativ ruhig war. Und plötzlich klingelt das Telefon, wie immer,
ich hebe ab und höre mich, wie wenn ich alkoholisiert wäre, wie wenn ich lallen würde.
Ich dachte mir:
Was ist denn jetzt los? Der erste Gedanke war: Schlaganfall,
dass ich es nicht mitbekommen hätte.
So einen richtigen Zungenschlag. Dann habe ich meine Mama angerufen, damit ich mit jemandem rede,
dass ich höre, ob das bleibt oder
was jetzt los ist. War weg.
Gut, habe ich mir gedacht. Keine Ahnung, was das jetzt war.
Und es hat sich jede Woche an
gefangen am Anfang zu wiederholen. Einmal in der Woche habe ich diesen Zungenschlag gehabt.
Und so ist das peu à peu hat sich das dann vermehrt.
Es ist dann so weit gekommen,
zeichen.html>dass das</a>'>dass das für mich ganz klar war: Irgendet
was stimmt mit meinem Körper nicht.
Nur dadurch,
zeichen.html>dass das</a>'>dass das selten ist und zu dem Zeitpunkt noch war, war es
für die Ärzte psychosomatisch.
Brauchen wir eh nicht reden, für mich hat sowieso jede Krankheit die Ursache in der Psyche.
Aber da war es schon physisch. Nur diese ganze Tortur,
bis ich mal die Diagnose gehabt habe, hat zwei Jahre gedauert.
Das letzte Jahr war es dann so schlimm, dass meine Muskulatur komplett versagt hat, ich war ein Pflegefall.
Also ging es dann mit der Gesamten Körpermuskulatur abwärts.
Ja, die Diagnose ist Myasthenia gravis. Der einzige Muskel, der nicht betroffen ist, ist der Herzmuskel.
Sonst ist jeder Muskel betroffen im Körper.
Dann kam es zu einer Schwäche anscheinend, weil die Übertragung
zwischen Synapsen nicht mehr funktioniert, und dann kommt es dazu,
dass die Muskel nicht mehr tun, was sie tun sollten.
Und im letzten Jahr konnte ich dann auch nicht mehr essen und trinken,
habe über 30 Kilo abgenommen. Gott sei Dank hatte ich vorher eine Reserve aufgebaut,
sonst hätte ich das nicht überstanden. Und dann konnte ich endlich die Ärzte überzeugen,
dass Sie mich bitte stationär untersuchen müssen.
Es geht nicht mehr,
weil ich gewusst habe: Wenn sie jetzt nicht bald etwas tun, dann werde ich
sterben.
Ich halte es physisch nicht mehr aus.
Das heißt, Sie hatten auch Schmerzen?
Nein, aber meine Kräfte.
Wenn du fast nichts mehr isst und trinkst,
also nur mehr Schluck für Schluck, ohne ersticken, irgendwie ein paar Tropfen Wasser am Tag in den Körper bekommst, ist es nicht mehr lustig gewesen.
Auch hier war, bis die Diagnose erstellt wurde … Gott sei Dank, der damalige Primar hat intuitiv – ich glaube,
zeichen.html>dass das</a>'>dass das eher Intuition war –
auf diese Diagnose getippt, während seine Assistenzärzte eher der Meinung waren, er täuscht sich.
Ich habe mir die Krankheit erklären lassen damals,
und als sie mir erklärt wurde, habe ich gesagt: Das wird die Diagnose. Ich wusste es.
Ich konnte sofort
fühlen: Das ist es jetzt.
Am Freitag
wurde die Untersuchung gemacht. Am Montag, als der Arzt zur Visite gekommen und mir die Hand gegeben hat,
habe ich ihn angeschaut – ich habe nur über diesen Handdruck gewusst:
Jetzt ist die Diagnose da.
Ich habe ihn angeschaut, ich weiß
das noch genau, ich habe geweint und gelacht zugleich,
und die Ärzte waren etwas irritiert über meine Reaktion.
ich habe nur gesagt:
Ich bin so froh. Jetzt hat das Kind einen Namen.
Jetzt weiß ich endlich, was es ist.
Ja. Weil jetzt kann ich besser umgehen damit.
Dann war natürlich, welche Optionen gibt es? Da gab es nicht so viele.
Wie gesagt, bei einer Krankheit, die ein paar
Menschen nur betrifft,
wird nicht so geforscht, das ist Fakt.
Wie häufig kommt denn diese Krankheit vor?
Zu dem Zeitpunkt gab es in
Österreich ungefähr 350 Fälle.
Es hat dann mit der Zeit zugenommen, weil die Autoimmungeschichten rasant angestiegen sind
die letzten Jahre.
Da gab es ein paar Medikamente zur Auswahl und die Option der Thymektomie,
der Entfernung der Thymusdrüse. Man wusste, dass in Fällen mit dieser Diagnose die Thymusdrüse vergrößert ist.
Die Thymusdrüse, wie wir ja wissen, ist für das Wachstum zuständig und ab der Pubertät schaltet sie sich aus,
die Aktivität wird zurückgefahren.
Bei der Diagnose hat man festgestellt: Das hat ein bisschen tumorähnliche Verhaltungsweisen – tun wir sie entfernen.
Dann habe ich gewusst: Okay, ich habe keine Zeit mehr,
dass ich eine Alternative für mich finde,
weil mein Körper nicht mehr lange mitmacht.
Ich habe mich
für diese Operation entschieden.
Das war im Jahr 2002, als es in der Folge zu der
Nahtoderfahrung kam.
Man muss
Aber da warzusagen: Bei der Myasthenia gravis
haben die Ärzte auch wahnsinnige Angst vor Narkosen, also Sorge,
weil diese Muskelschwäche zu Komplikationen führen kann.
Darum waren sie umso verblüffter, wie fit ich war nach der OP.
Nur das Fitsein hat nicht lange angehalten,
weil am nächsten Tag, als ich auf der Station oben war –
das weiß ich auch noch, da hat es Pizza Margherita gegeben –, mein Ex-Mann war zu Besuch, und ich habe ihm gesagt,
er soll Mikrostückchen herunterschneiden, ich möchte unbedingt von der Pizza etwas naschen.
Ich nehme die Pizza in den Mund, will schlucken und merke, ich ersticke.
Und mache nur mehr so Hand
zeichen und er muss jetzt ganz schnell sein, ich bekomme keine Luft mehr.
Dann ist eh schon das ganze Personal zusammengelaufen.
Dann bin ich auf die Intensivstation gekommen, war dort eine Nacht,
also auf dieser chirurgischen Intensivstation,
und die wussten, ich muss auf die Neuro.
Dann bin ich übersiedelt, und dort kam es zum Eingriff danach, zu einer Plasmapherese, Blutwäsche, die man macht, um die Antikörper zu reduzieren.
Dieser Eingriff ist absolut schlimm.
Was den Schmerz betrifft?
Ich erzähle es jetzt einfach so, wie es ist.
Weil sie dir quasi bei vollem
Bewusstsein ohne örtliche Betäubung, ohne dergleichen, die Halsschlagader öffnen.
In uns
Menschen gibt es diesen Lebensmechanismus, der dann schreit: Hilfe, nein!
Wenn du aber eh schon geschwächt bist,
wie ich es war, und dann dieser Stress dazu,
Das war nicht mehr auszuhalten.
Ich weiß noch genau den Gedanken, den ich hatte:
Ich habe es wirklich gewusst:
Jetzt ist die es vorbei. Es ist erledigt.
Und mein letzter Gedanke war: Papa, du bist auch so gestorben – dieses Ersticken.
Dann bin ich noch mal ganz zu mir gekommen und habe gemerkt,
wie die Ärzte sehr aktiv sind, und ich habe mir gedacht: Ich mag jetzt eh nicht mehr leben.
Der Schmerz war einfach … lieber gehen als diesen Schmerz aushalten.
Dann begann
die Reise.
Dann habe ich auf einmal gemerkt … Ich hatte kein Zeitgefühl, Zeit gibt es
in dem Moment nicht mehr.
Ich habe nur gesehen, wirklich gesehen,
dass ich in einer total einsamen, grauen, wirklich Beton,
ausgestorbenen Stadt unterwegs bin.
Auf dem Weg, ich gehe und spüre eine tiefe, tiefe Trauer in mir und weiß gleichzeitig,
zeichen.html>dass das</a>'>dass das
mein Leben ist, dieser Weg.
Schaue so nach hinten über die Schulter: alles grau in grau, und es macht mich total traurig, dieses Bild.
Es gibt nichts Farbiges.
Und ich sage so zu mir selber: Das kann jetzt nicht
mein Leben gewesen sein.
Dann
gibt es einen Sequenzwechsel. Dann erlebe ich, wie sie mich mit den Apparaturen – ich habe alle Apparaturen wahrgenommen,
habe auch gesehen,
dass ich verkabelt bin und, und, und –
hat mich das Krankenhauspersonal zu meiner Mama gebracht in die Wohnung.
Natürlich – in der physischen Realität war es nicht so.
Zunächst
noch eine Frage zu dem inneren Bild,
das Sie geschildert haben:
Grauer Beton, und Ihnen gingen die Farben ab. Wieso hatten Sie den Anspruch, Farben zu sehen, wo Sie
doch als blin
der Mensch gewöhnt daran sind, keine zu sehen?
Farbe ist für mich heute noch
genauso wichtig wie früher.
Ich lebe in einer sehr bunten Welt. Für mich sind Farben
genauso wichtig, wie sie waren, als ich sie noch gesehen habe.
Für mich ist Farbe Leben.
Und das hat Ihnen gefehlt?
Darum war für mich total klar: Dieses trostlose Leben wird mir dadurch gezeigt.
Ich habe sofort gewusst: Das ist
mein Lebensweg bis heute, und der ist nur grau, war also nicht spannend.
Dann gab es also einen Szenenwechsel.
Ja. Wie viel Zeit dazwischenliegt, weiß ich natürlich wieder nicht.
Das kann ich alles nicht einmal annähernd nachvollziehen.
Es war dann so: Ich habe mich gesehen,
wie ich zu meiner Mutter gebracht werde in die Wohnung,
angeschlossen an die Apparaturen – das habe ich alles wahrgenommen, erlebt, gesehen, gefühlt.
Also die Apparaturen,
wie das Bett eben ausgesehen hat.
Richtig. Diese Kombination ist ja so schräg für mich.
Ich erlebe das alles, und das Krankenhauspersonal bringt mich zu meiner Mama,
was in der Realität natürlich nicht
der Fall war.
Und ich sehe meine Mama auf der Couch sitzen, wo sie tatsächlich immer gesessen ist,
wobei ich sagen muss: In meinem reellen Leben habe ich das nie gesehen.
Als ich das gesehen habe, haben wir in dieser Wohnung noch nicht gelebt.
Ich habe das Bild nicht aus einer Zeit des Sehens abgespeichert.
In dem Bild erlebten Sie also die Nähe zu Ihrer Mutter, während Sie im Wirklichkeit im Krankenhaus waren.
Ich war im Krankenhaus und Mama war in der Wohnung.
Und das ist das Spannende. Und ich sehe sie dort sit
zen und etwas Rotes stricken.
Ich habe das Rot gesehen.
Und ich habe gewusst, die Mama hört mich nicht.
Das war mir voll bewusst.
Ihr Weinen war für mich so schlimm, das hat mir wirklich
das Herz zerrissen.
weil ich sogar in diesem Moment für mich wusste,
dass es für sie nichts Schlimmer
Es gibt, als wenn ich nicht mehr komme.
Ich habe ihr versprochen,
ich komme wieder.
Und
Das war – ich weiß es ganz genau – der Moment, wo ich wieder begonnen habe, in den Körper zurückzugehen.
Als ich wieder offiziell ins Krankenhaus zurückgebracht wurde, also in dieser Welt, in diesem Erleben,
gab es einen Pfleger, der hat Reine geheißen. Er hat zu mir gesagt:
„Horch einmal“ – und das Radio läuft, dieses klassische Ü30-Signal, dieser Sound.
Und dann sagt plötzlich der Sprecher – man kann sich das nicht ausdenken – zu mir:
„Der Pfleger Reine lässt ausrichten,
Es gibt ein Mädel, das im Krankenhaus liegt“ – und meinen Namen, Gülfide wird er ausgesprochen.
„Wenn sie verspricht, leben zu wollen, dann werden sie sich wiedersehen.“
Und steckt mir – das ist jetzt schräg – tatsächlich auf den lin
ken Ringfinger einen Ring auf.
Da flasht es mich jetzt gerade selbst.
Ein Ring,
genauso oval. Nur hatte der einen Stein. Ich habe so etwas als Mädchen nie gesehen.
Das war ein Leuchten da drin in dem Stein …
Sie müssen sich das vorstellen, wenn Sie in einem Kristall ein Feuer anzünden und das lebt.
Der war für mich so was von greifbar real.
Ich bin Kontakt.html>aufgewacht</a><br><a href=156ea0a762e941f126dcf65bca2110d3.html>aufgewacht</a><br><a href=1112fa6441d8024382fd08c87c1e3b82.html>aufgewacht</a><br><a href=131f18c6b8b1d6265fbb78b67598c3d7.html>aufgewacht</a><br><a href=207b9bd79f25b2072a16da0946164d8a.html>aufgewacht</a><br><a href=18a5f9f596bc1e2d52a270b5a98f915e.html>aufgewacht</a><br><a href=0e0b01b424b05192d3891e5c92c4e6d2.html>aufgewacht</a><br><a href=0f1841df1989ff0a8432224ef4c4a62b.html>aufgewacht</a><br><a href=0ba902767108fdfe052a5b6a0ecc626a.html>aufgewacht</a><br><a href=07814433f5e11a9286f217701a131cb3.html>aufgewacht</a><br><a href=0a19d09fa894b7de3085d5042a0f4b3e.html>aufgewacht</a><br><a href=06422984677dc1d622f6f6032a615866.html>aufgewacht</a><br><a href=9c1897b048ffff793eb4cfbcb561b37e.html>aufgewacht</a><br><a href=99b1463594c576f88b8d0a117f81db92.html>aufgewacht</a><br><a href=9d8a4ae392240d20192c5e7fb0ba6b5b.html>aufgewacht</a><br><a href=a33ea9f4dd829a7d558713a91b8131cd.html>aufgewacht</a><br><a href=a02a95c96b9c92c2034b7397591bfc9b.html>aufgewacht</a><br><a href=a208600f835b96ebdce0ca1e8babea27.html>aufgewacht</a><br><a href=b3bdb0a50f29e4f12a1c7c549e293ea2.html>aufgewacht</a><br><a href=940a0bf530ff1a8d576457737bd0fa98.html>aufgewacht</a><br><a href=9594837c8bb7d4823cb6875a8ef42016.html>aufgewacht</a><br><a href=96f1bf8b3daa2e3604e340c3cfe99d76.html>aufgewacht</a><br><a href=981a76bce2165f5424031795c8168685.html>aufgewacht</a><br><a href=941dc85119a7fe38146bf8cac36dbfb5.html>aufgewacht</a><br><a href=ada5f635f69b52b29b873041d3dc0cdd.html>aufgewacht</a><br><a href=ab6c1362dd7308d4d1964cb5767bfc0c.html>aufgewacht</a><br><a href=a64a00c2564fec2a0f8942c224d6f548.html>archivaufnahmen der</a><br><a href=
rituelle.html>aufgewacht</a><br><a href=59a52ea422d917478892259a88ee9e06.html>aufgewacht</a><br><a href=5e60d6ecd1599412d85bd91f8778a6f2.html>aufgewacht</a><br><a href=5b92dfb4de5c9bb883362023aea2cc25.html>aufgewacht</a><br><a href=5d421ebada714493d96ea4750d82d7ef.html>aufgewacht</a><br><a href=5de41df109fdc8cf204dff65ceff2add.html>aufgewacht</a><br><a href=5e0469e1775548b13e6a9f2a8cced2a3.html>anything</a><br><a href=50dcf78002890e195c1f3ee161db1aec.html>aufgewacht</a><br><a href=6502353a48d3bdaf721c882d1137d25c.html>aufgewacht</a><br><a href=661e5175d3b661880ff108a8926b81aa.html>aufgewacht</a><br><a href=6898a59e496d13371288542a767d7bb3.html>aufgewacht</a><br><a href=651c5116a31c8a01c77b6cba9a03805c.html>aufgewacht</a><br><a href=6369461929dee8f36d64de976f5d949a.html>aufgewacht</a><br><a href=6442e848d32aa4cad8ea81f99707e19c.html>70 intreviews</a><br><a href=63af1b9c4695c8ca46717c307c0ac2cd.html>aufgewacht</a><br><a href=5f708dcfb158ad2e1f61e3cf77488203.html>aufgewacht</a><br><a href=616188d2cef93d41fd600c8e5b1e5fbd.html>aufgewacht</a><br><a href=6a84ca4cccd019ff5539195f34e07486.html>aufgewacht</a><br><a href=6c274675c3319d8e0286b2312896c79d.html>aufgewacht</a><br><a href=6aced7c962c86a400d1f3172babd8604.html>aufgewacht</a><br><a href=efb4aed3ac91ae8718956a1d8c0e98cf.html>auf dem op-tisch</a><br><a href=f850b655983907a8d78616fa222ad0f0.html>aufgewacht</a><br><a href=e99fb798dbf4f15e1c5cc9363c8630c0.html>alien-hybrid teilt</a><br><a href=ec6a637ecd78842df1c057604029c7df.html>aufgewacht</a><br><a href=f5b2434e577f2f97d2adb08f952df84a.html>aufgewacht</a><br><a href=fbf7cb324297ced7e737f6bd1d8ab29b.html>aufgewacht</a><br><a href=fd5fcec88e6d24c34c493ff9b8dfc5d6.html>aufgewacht</a><br><a href=fe1855ae00015cbcb3ee4b784713c2cd.html>aufgewacht</a><br><a href=e151373c8e17f5871801bbc2ddc5d4f0.html>aufgewacht</a><br><a href=e2cf325a9e993f91b0c74852a5d8e966.html>aufgewacht</a><br><a href=e1c30f4ea68dbd943653fdedd678c06d.html>aufgewacht</a><br><a href=dfbb4d085be3b74e0d9a40a4ea0f5ae3.html>aufgewacht</a><br><a href=e0f1719453930ca7364922624d5e77dd.html>aufgewacht</a><br><a href=e0f810251037366a7b58bd8ceef6426c.html>aufgewacht</a>'>aufgewacht aus dem Koma,
und das erste war,
dass ich diesen Ring gesucht habe.
Dann hat
die Reise wieder in den Körper stattgefunden.
In dieser Zeit bis zu Ihrer Entscheidung – gab es da noch weitere Erlebnisse?
Oder war das Erleben der Nähe Ihrer Mutter das einzige zentrale?
Es gab Erlebnisse, und zwar das eine war,
dass ich gesehen habe,
dass mein damaliger Mann zu Besuch gekommen ist –
ich hatte damals einen Blindenführhund –
und
ein Mann den ins Krankenhaus mit eingeschummelt hat.
Rückblickend für mich,
Das waren die nur so Elemente meiner Verpflichtung gegenüber,
dass in mir etwas angetriggert wird: Ich habe Pflichten, ich kann jetzt nicht die Biege machen.
Auch wenn es nichts vergleichbar Friedvolleres in meiner Gefühlswelt gegeben hat
wie in diesem Zustand.
Also dieses oft geschilderte Gefühl der
Geborgenheit, der Wärme, war für Sie während des Erlebens auch stark spürbar?
Ja, es war so eine innere Ruhe. Es war so dieses von allem Befreite,
aber nicht von den Verpflichtungen. Ein schlechtes Gewissen wäre da gewesen,
anders kann ich es nicht verbalisieren. Darum glaube ich auch,
dass diese Bilder aufgetaucht sind.
Für mich zu dem Zeitpunkt
die wichtigsten Wesen waren meine Mama und der Hund.
Und darum glaube ich für mich, dass mir diese Bilder gezeigt wurden,
das etwas antriggert in mir,
dass ich kämpfe,
dass ich nicht die Biege mache und aussteige.
Ich möchte noch etwas erzählen, weil Sie eben gefragt haben, ob noch andere Erleben waren.
Im Aufwachprozess an sich, als ich gemerkt habe, aha, ich kann mich nicht bewegen,
weil ich war damals am Bett gefesselt –
Das waren die Sicherheitsvorkehrungen,
Wenn du aus dem Koma aufwachst,
dass du nicht irgendwelche Sachen machst,
die du nicht tun solltest. Neben meinem Bett ist
ein Mann gesessen.
Der war weiß angezogen. Das muss für mich noch so diese Zwischengeschichte sein,
als ich anscheinend noch
Zugang zum Sehen gehabt habe,
aber wo ich mich wirklich schon physisch im tatsächlichen Bett wahrnehme.
Ich konnte,
nachdem ich so am Bett angefesselt war, nur sein Knie erreichen.
Und das Gewand war ein Leinengewand, so wie Ärzte oft haben,
so diese Baumwoll-/Leinenhosen und -jacken. Und ich war sicher,
zeichen.html>dass das</a>'>dass das
ein Arzt ist.
Und er hat Kaugummi gekaut. Er ist mir so auf den Nerv gegangen mit dem Kaugummikauen
in dem Moment,
weil ich mir gedacht habe: Unterhalte dich mit mir, ich kenne mich nicht aus, mich stresst das gerade.
Und ich habe geschrien, aber es ist aus mir kein hörbarer Ton herausgekommen.
Das habe ich dann sehr wohl registriert.
Das Schlimme für mich war,
aus diesem Übergang, aus dieser friedvollen Welt in den Körper zurück,
intensiver halt. Du kommst zurück. Erstens ich sehe ja nichts mehr in letzter Konsequenz,
ich höre die Geräte um mich herum, ich kenne mich überhaupt nicht aus, weiß nicht, was los ist.
Da hätte es wen gebraucht, der wirklich ist und
der Himmel hat mir dieses Wesen, wo ich sicher bin,
zeichen.html>dass das</a>'>dass das mein Papa war,
Ich habe das vom ersten Moment an, als ich die Zusammenhänge realisiert habe,
habe ich immer gesagt,
Das war der Papa.
Nämlich: Der ist so lange dagesessen,
bis ich wirklich meinen tatsächlichen ersten Atemzug gemacht habe.
Als die Intubation herausgekommen ist, ist der so lange an meinem Bett gesessen.
Und ich wusste
Aber da warnn nach und nach,
dass der nur für mich sichtbar war,
weil als meine damalige Schwägerin gekommen ist, hat sie die absolut wichtigste Reaktion gezeigt.
Ich war zu dem Zeitpunkt noch intubiert, als sie gekommen ist.
Damals hatte ich schon erwirkt, dass meine Hände vom Bett abgehängt worden sind.
Ich habe auf meine Decke die Buchstaben aufgeschrieben, in Blockbuchstaben.
Meine Schwägerin hat das auf ein Blatt übertragen und so haben wir mit Keywords kommuniziert.
Ich habe immer gesagt: Linke Hand Ring.
Sie hat gefragt und ich habe mit Ja oder Nein, mit Kopf
zeichen, bestätigt oder nicht bestätigt.
So haben wir uns miteinander unterhalten.
Ich habe ihr vermittelt: Da ist wer.
Sie hat aber nicht gesagt: Da ist niemand.
Sondern sie hat das immer bestätigt. Sie hat das zulassen können,
dass es jetzt so ist.
Als ich meinen ersten Atemzug gemacht habe, ist er verschwunden, und
Das war für mich
in dem Moment ein bisschen verwirrend,
weil ich ihn gesucht habe. Ich wollte mich bei ihm bedanken.
Und da hat meine Schwägerin gesagt: „Du, den werden wir später suchen. Es passt alles, ist alles gut.“
Bis sie später wiedergekommen ist.
Das heißt, Sie waren rein physisch betrachtet im Krankenhaus, sind nach der Narkose
Kontakt.html>aufgewacht</a><br><a href=156ea0a762e941f126dcf65bca2110d3.html>aufgewacht</a><br><a href=1112fa6441d8024382fd08c87c1e3b82.html>aufgewacht</a><br><a href=131f18c6b8b1d6265fbb78b67598c3d7.html>aufgewacht</a><br><a href=207b9bd79f25b2072a16da0946164d8a.html>aufgewacht</a><br><a href=18a5f9f596bc1e2d52a270b5a98f915e.html>aufgewacht</a><br><a href=0e0b01b424b05192d3891e5c92c4e6d2.html>aufgewacht</a><br><a href=0f1841df1989ff0a8432224ef4c4a62b.html>aufgewacht</a><br><a href=0ba902767108fdfe052a5b6a0ecc626a.html>aufgewacht</a><br><a href=07814433f5e11a9286f217701a131cb3.html>aufgewacht</a><br><a href=0a19d09fa894b7de3085d5042a0f4b3e.html>aufgewacht</a><br><a href=06422984677dc1d622f6f6032a615866.html>aufgewacht</a><br><a href=9c1897b048ffff793eb4cfbcb561b37e.html>aufgewacht</a><br><a href=99b1463594c576f88b8d0a117f81db92.html>aufgewacht</a><br><a href=9d8a4ae392240d20192c5e7fb0ba6b5b.html>aufgewacht</a><br><a href=a33ea9f4dd829a7d558713a91b8131cd.html>aufgewacht</a><br><a href=a02a95c96b9c92c2034b7397591bfc9b.html>aufgewacht</a><br><a href=a208600f835b96ebdce0ca1e8babea27.html>aufgewacht</a><br><a href=b3bdb0a50f29e4f12a1c7c549e293ea2.html>aufgewacht</a><br><a href=940a0bf530ff1a8d576457737bd0fa98.html>aufgewacht</a><br><a href=9594837c8bb7d4823cb6875a8ef42016.html>aufgewacht</a><br><a href=96f1bf8b3daa2e3604e340c3cfe99d76.html>aufgewacht</a><br><a href=981a76bce2165f5424031795c8168685.html>aufgewacht</a><br><a href=941dc85119a7fe38146bf8cac36dbfb5.html>aufgewacht</a><br><a href=ada5f635f69b52b29b873041d3dc0cdd.html>aufgewacht</a><br><a href=ab6c1362dd7308d4d1964cb5767bfc0c.html>aufgewacht</a><br><a href=a64a00c2564fec2a0f8942c224d6f548.html>archivaufnahmen der</a><br><a href=
rituelle.html>aufgewacht</a><br><a href=59a52ea422d917478892259a88ee9e06.html>aufgewacht</a><br><a href=5e60d6ecd1599412d85bd91f8778a6f2.html>aufgewacht</a><br><a href=5b92dfb4de5c9bb883362023aea2cc25.html>aufgewacht</a><br><a href=5d421ebada714493d96ea4750d82d7ef.html>aufgewacht</a><br><a href=5de41df109fdc8cf204dff65ceff2add.html>aufgewacht</a><br><a href=5e0469e1775548b13e6a9f2a8cced2a3.html>anything</a><br><a href=50dcf78002890e195c1f3ee161db1aec.html>aufgewacht</a><br><a href=6502353a48d3bdaf721c882d1137d25c.html>aufgewacht</a><br><a href=661e5175d3b661880ff108a8926b81aa.html>aufgewacht</a><br><a href=6898a59e496d13371288542a767d7bb3.html>aufgewacht</a><br><a href=651c5116a31c8a01c77b6cba9a03805c.html>aufgewacht</a><br><a href=6369461929dee8f36d64de976f5d949a.html>aufgewacht</a><br><a href=6442e848d32aa4cad8ea81f99707e19c.html>70 intreviews</a><br><a href=63af1b9c4695c8ca46717c307c0ac2cd.html>aufgewacht</a><br><a href=5f708dcfb158ad2e1f61e3cf77488203.html>aufgewacht</a><br><a href=616188d2cef93d41fd600c8e5b1e5fbd.html>aufgewacht</a><br><a href=6a84ca4cccd019ff5539195f34e07486.html>aufgewacht</a><br><a href=6c274675c3319d8e0286b2312896c79d.html>aufgewacht</a><br><a href=6aced7c962c86a400d1f3172babd8604.html>aufgewacht</a><br><a href=efb4aed3ac91ae8718956a1d8c0e98cf.html>auf dem op-tisch</a><br><a href=f850b655983907a8d78616fa222ad0f0.html>aufgewacht</a><br><a href=e99fb798dbf4f15e1c5cc9363c8630c0.html>alien-hybrid teilt</a><br><a href=ec6a637ecd78842df1c057604029c7df.html>aufgewacht</a><br><a href=f5b2434e577f2f97d2adb08f952df84a.html>aufgewacht</a><br><a href=fbf7cb324297ced7e737f6bd1d8ab29b.html>aufgewacht</a><br><a href=fd5fcec88e6d24c34c493ff9b8dfc5d6.html>aufgewacht</a><br><a href=fe1855ae00015cbcb3ee4b784713c2cd.html>aufgewacht</a><br><a href=e151373c8e17f5871801bbc2ddc5d4f0.html>aufgewacht</a><br><a href=e2cf325a9e993f91b0c74852a5d8e966.html>aufgewacht</a><br><a href=e1c30f4ea68dbd943653fdedd678c06d.html>aufgewacht</a><br><a href=dfbb4d085be3b74e0d9a40a4ea0f5ae3.html>aufgewacht</a><br><a href=e0f1719453930ca7364922624d5e77dd.html>aufgewacht</a><br><a href=e0f810251037366a7b58bd8ceef6426c.html>aufgewacht</a>'>aufgewacht,
wurden von Ihrer Schwägerin am Bett betreut und hatten Erinnerungen,
in denen sich konkrete Bilder aus der Krankenhaussituation mit inneren Bildern vermischt haben,
die aber immer eine ganz besondere Bedeutung für Sie, für Ihre Empfindung hatten.
Ja.
Dieses prägende Bild mit Ihrer Mutter: Haben Sie später einmal mit ihr darüber gesprochen,
wie sie selbst diese Situation erlebt hat?
Ja. Ungefähr ein halbes Jahr später – du brauchst ja eine Zeit, bis du das alles verarbeitest –
habe ich sie gefragt, wie sie mich erlebt hat,
wenn sie ins Krankenhaus auf Besuch gekommen ist und ihr Kind da liegen hat sehen an den Geräten,
was das mit ihr gemacht hat.
Dann habe ich ihr gesagt: „Weißt du, was der Moment war,
dass ich zurückgekommen bin?“ Und ich habe ihr das dann erzählt.
Und sie steht auf, geht ins Nebenzimmer, kommt mit einem roten Pullunder heraus,
damals für meine Nichte, die ein paar Jahre alt war.
drückt ihn mir in die Hand und sagt:
„Da ist er. Wenn jede Masche von diesem Pullunder sprechen
könnte, würde er es dir erzählen.“
Das war genau das, was Sie zu der Zeit tatsächlich gemacht hat.
Und
Das war für mich die Bestätigung,
dass der Körper und das
Bewusstsein sehr verschiedene Dimensionen sind.
Und
dass diese – nennen wir es inneren Bilder, die Sie hatten, also tatsächlich Realitätswert haben.
Das mit dem roten Pullunder,
Das war nicht innerlich, das habe ich gesehen.
Ich habe auch gemerkt
in dem Moment,
dass ich es sehe.
Dessen war ich mir ja bewusst, so
wie ich mir bewusst war, dass meine Mama mich nicht hört,
wie ich ihr sage: „Ich verspreche dir,
ich komme zurück.“
Hatte auch dieses besondere Erlebnis mit dem Ring eine physische Entsprechung?
In der physischen Welt nicht, also
dass es den Ring gegeben hätte oder so, nein.
Nur
zeichen.html>dass das</a>'>dass das für mich die Botschaft war von meinem Lebensengel,
der – in Anführungs
zeichen – mit dieser Liebeserklärung, die er durchs Radio gemacht hatte,
die
Liebe zum Leben aus mir herauslocken wollte.
Also
zeichen.html>dass das</a>'>dass das eigentlich die Liebeserklärung ans Leben hat sein sollen
und ich ihm versprechen musste: Wenn ich
mein Leben lebe, dann
sehen wir uns wieder.
Inwieweit hat Sie diese Erfahrung nachhaltig
verändert?
Es hat mich bestätigt in meiner Annahme, meiner Vorstellung, von meiner Überzeugung her,
dass es nach dem sogenannten
sterben kein Ende gibt,
dass es nicht zu Ende ist.
Und es hat mich darin bestätigt,
wie ich es auch heute gerne formuliere:
Das Paradies ist ja immer dort, wo
Ich bin.
Oder auch die Hölle ist dort, wo
Ich bin.
Das heißt,
wie ich in dem Moment in meinem
Bewusstsein bin, wo ich mich befinde,
so ist es auch dann, wenn man sozusagen die Kleider ablegt.
Mir ging es nicht gut, also nicht nur physisch, auch mental nicht zu dem Zeitpunkt, wie man ja sieht.
Ich hatte das Gefühl,
mein Leben nicht gelebt zu haben.
Darum habe ich diese Bilder gehabt.
Wollten Sie nach dem Erleben auch andere Dinge erleben,
das Leben selbst anders anpacken?
Wie gesagt, es hat in mir diesen Wunsch nach dem Leben verstärkt,
weil für mich damals dann auch das Motto gegolten hat: Lieber
kurz und exzessiv als lang und langweilig.
Das war so mein Slogan damals.
Und ich habe einfach alles nachgeholt, was ich geglaubt habe, versäumt zu haben,
aus verschiedenen sozialen Gegebenheiten heraus.
Und Es hat auch mich dazu bewegt, immer mehr,
weil ich habe die Diagnose nicht angenommen – so nicht!
Weil die Prognose damals war:
ein Leben lang Medikamente,
ein Leben lang mindestens einmal
im Jahr an diese Blutwäsche – und aus.
Und
Das war für mich ein No-Go. Das habe ich ganz klar mit einem Nein quittiert,
und habe dann am Anfang die Medikamente selbstverständlich genommen,
weil ich gewusst habe,
ich muss erst einmal ein bisschen eine Basis schaffen, ein Startkapital mir aneignen von dort aus,
wo ich starten kann.
Das war 2002, jetzt haben wir 2021 – 19 Jahre. Und von den 19 Jahren bin ich mindestens zwölf Jahre medikamentenfrei.
Die haben Sie einfach selbst abgesetzt?
Selbst abgesetzt nein, aber es war natürlich eine Riesentortur,
dass ich auch den Arzt davon überzeugt bekomme,
dass es mir gut geht.
Nur weil die Blutwerte etwas anderes zeigen – das hängt nicht mit dem zusammen.
Und ich habe sehr viel an mir gearbeitet. Ich habe viele Wege Möglichkeiten und habe das für mich geschafft,
dass ich so fit wie ein Turnschuh bin.
Für mich ist alles optimal. Ich habe weder Symptome noch irgendwas.
Aber ich sehe es so,
dass ich sage, und das habe ich sehr bald erkannt:
Die Botschaft dahinter,
was die Myasthenia gravis mir sagen will.
Es ist ja eine Autoimmunschwäche. Da war für mich ziemlich schnell klar: Okay, ich greife mich selbst an, ich zerstöre mich selbst – warum?
Und so habe ich mich herangetastet.
Heute ist es so,
dass ich sage: Wenn sie sich in irgendeiner Weise dezent im Hintergrund bemerkbar machen würde – ich kenne meinen Körper sehr genau –,
dann wüsste ich,
zeichen.html>dass das</a>'>dass das die Alarmanlage ist: Schau wohin, da passt et
was nicht.
Wir haben einen guten Umgang miteinander,
dass Sie sich –
das ist eine Sie für mich in meiner Sicht, die Gravis, so ist das für mich in meinem Gefühl – das ist ein super Zusammensein, kein Thema mehr.
dass Sie Ihre Gesundheit so initiativ selbst in die Hand genommen haben,
war das ein Prozess? Oder gab es einen besonderen Moment, der Sie dazu ermutigt hat?
Ich erzähle es jetzt einfach wirklich so, wie es war,
und das erzähle ich zum ersten Mal vor laufender Kamera.
Als ich im Krankenhaus war auf der Intensivstation, ist eine Situation passiert,
für die ich sehr dankbar bin, weil die hat in mir alles angetriggert, alle Motoren angeschmissen,
dass ich meine Gesundheit in meine eigene Hand nehmen werde.
Nämlich: Es gab einen Arzt damals, als ich schon komplett in meinem Wach
Bewusstsein war
und ich mir völlig bewusst war,
dass ich da war,
Das war schon ein, zwei Tage später,
war er mit seiner Assistentin zur Visite. Dann haben sie miteinander fachgesimpelt.
Er hat gesagt: „Es wäre interessant gewesen, wenn wir sie im Tiefschlaf gehalten hätten,
was passiert wäre.“
Und
Das war für mich so schlimm. Sie müssen sich vorstellen:
Am Freitag ist die Intubation herausgekommen und
Ich bin am Mittwoch nach Hause.
Ich habe gesagt:
sterben kann ich zu Hause auch alleine, da muss ich nicht im Krankenhaus liegen.
Es war aber wichtig. In meiner Biografie war das total wichtig,
dass ich diese Kräfte in mir entwickle.
Darum bin ich diesem Arzt höchst dankbar.
Damals war das natürlich eine Katastrophe, und da sind noch andere Dinge.
Es ist tatsächlich so passiert. Damals habe ich sogar eine Freundin von mir unbedingt mobilisieren wollen,
dass ich auch dagegen angehe. Aber
Ich bin ja nicht dumm.
Mir ist schon klar,
dass ich keine Chance habe.
Der Arzt, der wollte förmlich seine
Erfahrungen mit mir sammeln, weil es eben so wenig Fälle gegeben hat.
Das wollte ich auf keinen Fall. Und dann ist es eh zufällig zum Ärztewechsel gekommen.
Dieser Arzt hatte mich eine Zeit lang betreut. Und dann, nach und nach, als ich gemerkt habe,
ins Krankenhaus zu gehen ist für mich viel stressiger – für nichts, für das,
dass es mir gut geht.
Und die Medikamentenabsetzung war eh schon ein Prozess, weil mit ihm …
und ich dann gesagt habe:
ich komme erst ins Krankenhaus, wenn es notwendig ist.
Und ich möchte sonst nicht. Seitdem war ich mit dem Thema nie wieder im Krankenhaus.
In einem Text, in dem Sie ebenfalls über Ihre Todesnäheerfahrung berichten,
schreiben Sie: „Als Tochter türkischer Eltern in Linz geboren, lernte ich die Mittlerin zwischen Kulturen
und Religionen zu sein.“
Wie hat
die Nahtoderfahrung Ihre eigene Religiosität, Ihre
Spiritualität verändert?
Sie hat sie einfach noch vertieft. Das
ist das Einzige,
weil es ja eh immer schon da war. Das Einzige ist vielleicht,
dass es viele Schulkollegen – das ist mir übrigens nicht bewusst –, gibt in meinem Leben, die später
immer wieder gesagt haben:
„
Du hast mich damals zu dem und dem angeregt“ und, und, und.
Ich war immer schon mit diesen Themen unterwegs.
Jetzt ist die es halt: Ich stehe komplett dazu, das hat es auf alle Fälle gemacht mit mir.
dass es mir eine Herzensbotschaft ist, dass
die Menschen immer mehr
die Angst ablegen lernen, von der Vergänglichkeit, die es ja nur im Kopf gibt.
Natürlich, der physische Übertritt ist ein anderes Kapitel.
Da gebe ich ganz offen und ehrlich zu: Es ist Tatsache, fürchte ich mich auch vor mir selbst,
vom Thema Körper, rein vom Körper, vom Schmerzerleben hier, jetzt.
Aber wenn das nicht mehr ist, ist das andere für mich kein Thema,
weil ich es weiß,
dass es nicht zu Ende ist.
Und das ist mir so wichtig.
Wenn ich nämlich die Angst vor
dem Tod überwunden habe, dann erst lebe ich, weil vorher lebe ich auch nicht.
Das ist k
ein Leben, das ist ein Dahinvegetieren, aber es ist einem nicht bewusst.
Das tatsächliche Leben fängt erst richtig
in dem Moment an:
Wenn du Ja zum Tod sagst,
hast du ein Ja zum Leben gesagt.
Sie haben das Licht, von dem viele Nahtoderfahrene, nicht erlebt.
Und Sie meinen, heute zu wissen, warum Sie
das Licht nicht erlebt haben. Warum?
Für mich ist es die Erklärung,
dass ich zu dem Zeitpunkt nicht in einem für mich lichtvollen Zustand war.
Meine Seele war zu dem Zeitpunkt dunkel von dem ganzen Sammelsurium.
Nicht,
dass ich blind bin,
Das war nicht
das Thema. Sondern meine äußeren Lebensbedingungen haben es nicht lichtvoll
fühlen lassen,
wobei ich noch dazu sagen möchte: Ich war immer schon meinem Alter um viele Jahre voraus in meinem Denken und Philosophieren.
Somit habe ich immer schon in die Tiefe geschaut und das ist auch nicht immer nur gemütlich,
wenn man so sehr jung in Bereiche sieht, die zu dem Alter
noch ein bisschen zu viel sind.
Aber da wars kannst du nicht abschalten. So wie man ist, ist man.
Damals war ich sicher eher auf der – ich bezeichne es auch
immer wieder so.
Ich sage immer,
Ich bin eine Akttänzerin zwischen Sonne und Nacht, also zwischen Sonne und Mond, gewesen.
Somit war ich zu der Zeit eher im Nachtzustand, im Nachtmodus.
Wenn ich meinen Körper verlasse, habe ich auch diesen Zustand gehabt. Darum habe ich kein Licht gehabt. Das ist meine Überzeugung.
So wie man ist, ist man. Es ist überaus bemerkenswert, wie Sie mit Ihrem Schicksal umgehen,
ich glaube, auch für viele andere
Menschen ein Vorbild.
Dennoch – Sie sind blind, Sie sind durch Krankheit gehemmt,
Sie mussten viele Verluste im Leben, viel kämpfen. Nach all den
schönen Dingen und auch den tiefen
Erkenntnissen –
vielleicht ist die Frage auch eine Zumutung: Hadern Sie manchmal mit Ihrem Schicksal?
Nein. Ich hadere deshalb nicht, weil es für mich in meiner Anschauung das nicht gibt,
dass etwas grundlos ist.
Ich habe immer nach Gründen gesucht. Wenn et
was passiert,
dann schaue ich: Was
könnte das bedeuten?
Und somit habe ich bestimmt eine extreme Resilienz entwickelt.
Das wird mir auch
immer wieder rückgemeldet von
Menschen, die in solchen Fachgebieten beruflich sind.
Sie sagen: Sie wissen nicht, wie man wie ein Stehaufmännchen sein kann.
weil ich eben
eine Botschafterin bin zwischen verschiedenen Welten.
Darum muss ich diese Ausbildung machen. Aus dem Leben heraus kannst du das nur lernen.
Ihr Name Gülfide bedeutet Rosenknospe, Rosensprössling.
Sie tragen heute aber
noch einen anderen Namen: Ayana.
Das ist ein spi
ritueller Name, obwohl Sie ja eigentlich dem Trend, sich solche spi
rituellen Namen zuzulegen, kritisch gegenüberstehen.
Wie kam es zu diesem Namen?
So, wie Sie es eben sagen. Ich hätte mir nie einen angeeignet in dem Sinn,
dass ich das willentlich gemacht hätte.
Das wäre undenkbar für mich,
weil ich das nicht mache.
im Jahr 2018 bin ich krank geworden, grippemäßig, offiziell, mit 40 Fieber über Tage.
Und
nachdem ich jemand bin, die sich, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, lieber selbst heilt
und keine medizinische Hilfe in Anspruch nimmt,
habe ich das daheim vollzogen, diesen Prozess.
Da durfte ich dann
noch einmal in eine andere Welt schauen, aber aus einem anderen
Bewusstsein.
Weil inzwischen –
Das war 2018, das andere war 16 Jahre davor – zum ersten Mal wurde ich hineingeschubst in den Tod, in diese Vorstufe.
Beim zweiten Mal wusste ich genau,
dass es jetzt so weit ist.
In einem viel klareren
Bewusstsein.
Weil mein Körper hat mir gezeigt: Ich kann nicht mehr.
Und dadurch,
dass ich offiziell diese Autoimmungeschichten habe, reagiere ich auf ein Fieber verheerend.
Das Erste ist,
dass die Lungen zu versagen beginnen, also wie
der das Atemthema auftaucht.
Ich habe gemerkt, ich kämpfe
ums Leben.
Und dann kam so ein Moment der
Erkenntnis: Warum kämpfst du?
Du weißt,
der Tod ist immer der Sieger, da kannst du machen, was du willst, Menschlein.
Dann habe ich mich hingegeben. Ich habe gewusst,
Es gibt nichts mehr zu kämpfen,
Es gibt nichts mehr zu tun.
Anzunehmen was ist. Und
in dem Moment, als ich diesen inneren Sprung geschafft habe loszulassen,
hat sich etwas in mir zu bewegen begonnen.
Erstens bin ich, wie wenn ich einmal in die Couch zurückfalle –
Ich bin auf der Couch gelegen
in dem Moment –
in die Couch versinken würde, und gleichzeitig in einem rasanten Tempo bin ich durchs Universum geflogen.
Auch hier möchte ich dazu sagen: Ich habe diese Bilder im physischen Sinne nicht in mir.
Ich war acht, wie gesagt. Damals gab es kein Internet, keinen Computer.
Ich hatte kein Zuhause, wo es viele Bücher gab,
dass ich Bilder aus Büchern hätte.
Und Fernsehen war auch rar in dieser Zeit.
Ich habe ein Bild gesehen, wo ich hundertprozentig weiß:
Ich bin durch den Kosmos gerast in einem Tempo.
Zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht einmal,
dass es das gibt, die Pleaden,
Das war mir völlig nicht bewusst.
Das waren die Sachen,
die ich dann mitgenommen habe.
Und dann komme ich wieder zu mir zurück, merke wieder,
wie ich auf der Couch liege, schon langsam wieder die Besinnung bekomme.
Ich kann auch hier nicht sagen: War das eine Stunde, eine Sekunde, ich weiß es nicht.
Weil zu der Zeit war auch mein Partner im anderen Zimmer, er war ebenfalls krank.
Es muss auf jeden Fall innerhalb dieses einen Tages sich abgespielt haben, weil sonst hätte er es mitbekommen.
Als ich dann auf der Couch so schön langsam wieder zu mir komme, höre ich
eine Stimme.
Sie müssen sich das so vorstellen:
Ich liege auf der Couch, und an meinem Fußende, so schräg neben meinem Fußende von dieser Seite
höre ich
eine Stimme. Aber ich habe gewusst, die Stimme ist nicht in dem Raum, weil sie absolut laut war.
Die Stimme ruft: „Ayana!“ Und ich denke mir: Was soll das?
Ich bin doch alleine hier. Oder ist da jetzt jemand?
Wie aus einem Traum,
wenn du aufwachst,
kennst du dich auch momentan nicht genau aus.
Und dann höre ich wieder: „Ayana!“
Dann denke ich mir: Hat das etwas mit mir zu tun?
Dann kommt es
noch einmal. Und ich sage: „Ich?“ Und dann war es aus.
Und dann habe ich gewusst: Okay, es hat etwas mit mir zu tun. Das ist ein Name.
Und das Erste war die Assoziation und die Übersetzung: Ay heißt im Türkischen Mond und Ana heißt Mutter in der Urform Türkisch.
Und ich habe gewusst: Sobald ich ein bisschen zu Kräften komme, werde ich mich an den Computer set
zen und schauen, was Ayana bedeutet.
Und dann wurde ich von A nach B geführt und habe herausfinden dürfen,
dass es „
Die ewige Blume“ bedeutet,
Rückblick auch wieder mit der Rosenknospe deckt:
immer wieder verblühen und neu aufblühen und
immer wieder neu beginnen.
Und das ewige Leben. Dann war mir klar, am Anfang habe ich es verheimlicht.
Jetzt ist die es so: Wer mich Ayana nennt, fühle ich mich sehr angesprochen.
Wer mich Gülfide nennt, fühle ich mich
genauso angesprochen. Es ist beides in Ordnung.
Sie sind, wie anfangs gesagt, als Sinnes- und
Bewusstseinskünstlerin tätig,
die den Menschen in seinen Selbstentfaltungsprozessen unterstützen will.
was machen Sie genau? Welche
Menschen wenden sich an Sie?
Es ist so: Ich muss ganz ehrlich sagen, ich reduziere den Teil mit den
Menschen auf ein Minimum. Warum?
weil ich einfach die Erfahrung gemacht habe, es müssen
Menschen sein,
die schon eine gewisse
Bewusstseinsstufe erreicht haben.
Weil es sonst zu intensiv wird.
Mein Fokus ist: Es entsteht die innerliche Friedensmedizin, wie jetzt auch seit 2018
mitgeliefert wurde
aus diesem Prozess, was peu à peu wächst.
Ich tue nichts, sondern ich befolge sozusagen immer meine Impulse,
und daraus entsteht tatsächlich auch eine Form der Schwingungsmedizin,
aber auf einer ganz neuen Dimension, das kann ich heute mit ruhiger Überzeugung sagen
aus den Rückmeldungen.
die Menschen im, die zu mir kommen, sind die, die auf ihrem Weg noch weiter und tiefer sich entwickeln und finden wollen.
Und
Menschen, die selbst in diesen Berufen tätig sind,
sozusagen sich Impulse holen und an ihre Klienten weitergeben. So läuft das ab.
Das
mache ich schon:
Menschen in
die andere Dimension begleiten,
ob ich sie kenne oder nicht. Da spielt sich sehr viel mental ab.
Und auch hier habe ich dadurch sehr viele – mir gefällt
das Wort Auftrag nicht, weil es kein Auftrag in dem Sinne ist –,
aber den Wunsch von Angehörigen bekommen und diese Ehre erfüllend ist, weil es für mich eine Ehre ist,
wenn ich mit Seelen in
Kontakt treten darf
die ich physisch nie kennengelernt habe
und ihnen eine Unterstützung sein darf,
dass Sie leichter
loslassen können.
Da gibt es auch ganz spannende Rückmeldungen, was da passiert, ohne
dass ich dort war.
Ihre Todesnäheerfahrungen waren für Sie, wie Sie es ausdrücken, ein Schnupper
sterben.
Wie ist Ihre heutige Einstellung zum Tod? Absolut angstfrei?
Wie gesagt, Der physische Prozess, dieses Wie habe ich
genauso.
Mein Schmäh ist halt einfach,
dass ich sage:
Ich hoffe,
dass ich meine Hausaufgaben so gut leiste,
dass ich dann wenigstens im Schlaf rüberhupfen darf,
weil schlussendlich ja der Schlaf jeden Tag ein kleiner Tod ist.
Aber sonst, an sich – nein.
weil ich einfach weiß,
dass es ein Weiter gibt,
und jetzt halt die Zeit hier nutzen, um den Auftrag, den ich habe,
die innere Friedensmedizin, hier zu manifestieren.
Das ist mein Ein und Alles.
Denken Sie,
dass es für jeden
Menschen wichtig ist, bestimmte Hausaufgaben zu erfüllen,
um am Ende nicht zu dem Punkt zu kommen, wo er erkennen muss:
weil ich.html>„ich habe</a><br><a href=
dass ich.html>„ich habe</a><br><a href=f9db9d603a2b214ee4a6bcf90e6a50db.html>„ich habe</a><br><a href=93d525aded5b76a7ef8c26ce4621d490.html>„ich habe</a><br><a href=c900c2ce9a758fa6ce095599320977ad.html>„ich habe</a><br><a href=d6053ba9364a57ea45def8c2dd7843b2.html>„ich habe</a><br><a href=
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Jetzt ist die es zu spät“?
Weil Sie das jetzt so konkret fragen: Wenn ich darf, würde ich Ihnen gerne aus der Perspektive erzählen.
Als meine Mama gegangen ist, hat sie mir
das noch einmal bestätigt.
Da war ich ja die Zuseherin in Anführungs
zeichen.
Und da wurde es mir bewusst gemacht,
dass es so ist, wenn man dann merkt, wenn es zu Ende ist beginnt
der Kampf.
Und um diesen Kampf zu verhindern, von dem Sie jetzt geredet haben in letzter Konsequenz –
genau um das geht es –, wenn ich jetzt nicht lebe, dann wird das
sterben zu einem Kampf.
Wenn ich hier gelebt habe, habe ich nichts mehr, was mir wehtut.
Das durfte ich mit meiner Mutter erleben.
Das war echt für mich nicht lustig zuzuschauen.
Obwohl es zeitmäßig sehr schnell gegangen ist im Verhältnis.
Also sie hat nicht wochenlang gelitten, das überhaupt nicht.
Aber da wars, was sie mich
fühlen hat lassen, war heftig genug.
Und umso mehr dadurch habe ich gesagt: Ich
muss diesen Weg gehen.
Es geht gar nicht anders für mich, weil einerseits möchte ich mir meinen Abgang selber nicht
noch einmal verbocken.
Also wenn ich es jetzt nicht kapiert habe, werde ich es nimmermehr kapieren und umsetzen vor allem.
Und dadurch auch hoffentlich den einen oder anderen auch aktiviert bekommen,
ein Mann sich lebt und nicht leben lässt.
Kann man da etwas verallgemeinern? Was kann
der Mensch tun, damit das
sterben leicht wird?
Leben. Und Leben ist Freude und Lachen, und auch an den Tagen, wenn es schwerfällt, findet man, wenn man sein Auge darauf trainiert,
immer einen Lichtpunkt. Immer. Den gibt es. Das ist auch meine Überzeugung:
Wenn es gar kein Licht mehr gibt, dann gibt es dich selbst nicht mehr.
Weil wir sind Licht. Und wenn ich es nicht mehr schaffe, irgendwo den kleinsten Schimmer an Licht wahrzunehmen,
dann …
Spüren Sie selbst manchmal so etwas wie eine Sehnsucht nach dem Jenseits?
Auch das oute ich jetzt zum ersten Mal öffentlich.
Ich war als junges Mädchen sehr suizidal, sehr diesen Hang dazu gehabt,
weil ich wahrscheinlich – für mich die Erklärung – mit
dem Tod verbundener war zu dem Zeitpunkt als mit dem Leben.
Heute: ein klares Nein. Heute bin ich mit dem Leben verbunden und nicht mit
dem Tod.
Ich weiß nur,
dass der Tod sowieso immer bei mir ist.
Unser Rendezvous ist dann,
wenn der Zeitpunkt da ist.
Wenn ich gerade
das Wort Rendezvous sage: Irgendwann einmal habe ich für mich dieses wirklich
schöne Bild sehen dürfen,
dass der Tod ein total attraktiver Mann ist, das ist mein Bild.
Ein attraktiver, eleganter Mann, Herr.
Ich bin – und das wünsche ich mir so sehr,
dass es so ist, dieses Bild irgendwann.
Es gibt eine Party: Ich feiere mit
Menschen,
die ich liebe und die ich kenne, eine Party, aber dieses Rendezvous weiß außer mir niemand.
Und ich verlasse dann den Raum, ohne
dass es wer merkt, und gehe mit.
Das ist mein Bild, das ich mir wirklich wünsche,
dass es einmal so sein soll oder wird.